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10.12.2003IHK Oberfranken und BI-LOG starten Initiative: "Call Center Agent" soll Ausbildungsberuf werden

Ausbildungsplätze

IHK Oberfranken und BI-LOG starten Initiative:
„Call Center Agent“ soll Ausbildungsberuf werden

Hof, 10. Dezember 2003

Die IHK Oberfranken und der Bamberger Dienstleister BI-LOG wollen erreichen, dass der Beruf des „Call Center Agents“ zum staatlich anerkannten Lehrberuf wird. Dazu haben die IHK und BI-LOG jetzt eine gemeinsamen Initiative gestartet. Ihr Ziel: Bereits im September 2004 sollen die ersten „Kaufleute für Dialogmarketing“ in Oberfranken ihre Lehre beginnen.
Mit ihrem Vorstoß wollen die Initiatoren dem Ausbildungsplatz- und Fachkräftemangel in Deutschland gleichermaßen entgegen wirken. Dazu hat BI-LOG jetzt auf Basis der eigenen jahrelangen Erfahrung im Training seiner Call Center Agents das Berufsbild „Kaufmann/Kauffrau für Dialogmarketing“ entwickelt und die wichtigsten Eckdaten dazu zusammengestellt.
Die Liste der Fertigkeiten und Kenntnisse umfasst neun Fachbereiche mit rund 50 Einzelpunkten, die den angehenden Dialogmarketing-Kaufleuten während einer dreijährigen Ausbildung vermittelt werden sollten. Neben Englisch und Grundlagen in Betriebs-, Volkswirtschaft und Marketing gehören Kenntnisse in Statistik, Informationsverarbeitung und Rechnungswesen ebenso dazu wie die berufstypischen Fertigkeiten Ausdrucksverhalten, Gesprächsführung und Kommunikationstechniken, um nur einige zu nennen.
Diese Aufstellung hat BI-LOG Ende November beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag DIHK eingereicht, verbunden mit dem Antrag, die Zulassung als Ausbildungsberuf voran zu treiben. Der DIHK unterzieht das Anliegen und die eingereichten Unterlagen zunächst einer Vorprüfung und bringt die Initiative dann beim Bundesinstitut für berufliche Bildung ein. Parallel dazu haben BI-LOG und die IHK Oberfranken die für diesen Bereich relevanten Berufsverbände mit eingeschaltet.
Qualifiziertes Dialogmarketing
gewinnt an Bedeutung
Jens Kuppert, BI-LOG Personalreferent und treibende Kraft hinter der Ausbildungs-Initiative: „Gute Dienstleistung wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger, und mit ihr qualifiziertes Dialogmarketing. Mit notdürftig angelernten Mitarbeitern werden Call Center Betreiber künftig die Anforderungen ihrer Kunden immer weniger erfüllen können. Deshalb bilden wir unsere Call Center Agents firmen-intern schon seit Jahren wesentlich intensiver aus als dies bislang in der Branche üblich ist.“
Nach jahrelanger Vorarbeit – das Thema steht bei BI-LOG schon seit 1998 auf der Agenda – sei die Zeit jetzt wirklich reif, die Zulassung als Lehrberuf auf den Weg zu bringen. „Ganz besonders freue ich mich“, so Kuppert, „dass die IHK Oberfranken und vor allem ihr Bereichsleiter Berufsausbildung Bernd Rehorz dabei mit im Boot sind und die Initiative unterstützen.“

In den nächsten Monaten werden sich unter anderem Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände mit dem Thema befassen, die Entscheidung liegt bei Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement. Jens Kuppert: „Ich bin sehr zuversichtlich und hoffe, dass alle bürokratischen Hürden schnell genug genommen sein werden, damit wir im nächsten September bereits die ersten Auszubildenden bei uns aufnehmen können.“

50 neue Ausbildungsplätze
in Oberfranken in Aussicht

Falls die Pläne greifen, will BI-LOG sofort Nägel mit Köpfen machen. „Die Zahl der Ausbildungsplätze, die wir – wenn vom Gesetzgeber her möglich – schon nächstes Jahr in unseren Call Centern zur Verfügung stellen werden, wird auf jeden Fall im zweistelligen Bereich liegen“, macht der BI-LOG Personalreferent deutlich.

Allein in den vergangenen fünf Jahren hat BI-LOG 45 Ausbildungsplätze angeboten und besetzt. Die BI-LOG Azubis werden derzeit zu Fachkräften für Lagerwirtschaft, zu IT-Systemkaufleuten oder zu Kaufleuten für Bürokommunikation ausgebildet. Auch bei der Ausbildung von IT-Systemkaufleuten – erst seit Ende der 90er-Jahre ist dies als offizieller Lehrberuf anerkannt – gehörte BI-LOG zu den Vorreitern und war eins der bundesweit ersten Unternehmen, das Lehrstellen für diesen Beruf anbot.
Bernd Rehorz, Bereichsleiter Berufsausbildung bei der IHK Oberfranken: „Bundesweit stehend Ausbildungsbetriebe und Lehrstellenbewerber für einen solchen Beruf in den Startlöchern. Wir messen dieser Initiative ein großes bildungspolitisches Gewicht bei und unterstützen sie innerhalb unser Organisation nachhaltig. Jeder zusätzliche Ausbildungsplatz ist eine Option für die Zukunft und bringt den wirtschaftlichen Aufschwung voran – ganz im Gegensatz zu der von der Regierung für 2004 geplanten Ausbildungssteuer.“