| 01.12.2006 | Professionell mit Kunden sprechen
Professionell mit Kunden sprechen AUSBILDUNG Seit August können sich Schulabgänger zur Servicekraft oder Kaufmann für Dialogmarketing ausbilden lassen. VON UNSEREM MITARBEITER TORSTEN GEILING Bamberg - Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es noch immer mehr Bewerber als Stellen. Obwohl in der Dienstleistung und dem Handel inzwischen 70 Prozent aller deutschen Arbeitsplätze angesiedelt sind, ist etwa nur ein Drittel der 357 deutschen Lehrberufe diesem Bereich zuzuordnen. Ein Zustand, der Heribert Trunk, Vorstandsvorsitzender der Bilog AG, unzufrieden machte. „Denn gleichzeitig bekommt der Dialog zwischen den Unternehmen und ihren Kunden einen immerhöheren Stellenwert.“ Wer nicht für die Kunden da ist und die Kunst des Dialogs beherrscht, wird verlieren.“ HERIBERT TRUNK; BILOG AG Aus dieser Überzeugung heraus startete Bilog 2003 eine Initiative, di im August diesen Jahres in zwei neue Ausbildungsberufe im Dialogmarketing mündete: die Servicefachkraft (2Jahre Lehrzeit) und den Kaufmann für Dialogmarketing (3 Jahre). „Wir hoffen, rund 7000 zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen zu können.“ Bereits 1500 sind nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden entstanden, denn professioneller Kundendialog sei heutzutage für alle Branchen wichtig – angefangen mit Call-Centern über Banken, Autohäuser und Versicherungen bis hin zu den Behörden von Stadt und Landkreis. Interessierten Unternehmen wurde nun das neue Berufsbild im IGZ Bamberg vorgestellt. Heribert Trunk betonte: „Gut geschulte Kaufleute für Dialogmarketing fungieren als Kommunikations-Schnittstelle zwischen Kunde und Unternehmen. Die Qualität ihres Services und ihre Kompetenz strahlen auf das Produkt und auf dessen Anbieter aus. In dieser Funktion werden sie für den Erfolg von Unternehmen immer wichtiger.“ Dr. Steffi Widera zeichnete in kurzen Worten das Anforderungsprofil nach, das von Bilog und dem Call Center TDM entwickelt wurde und heute Grundlage der Ausbildungsverordnung ist. Das Herzstück der Lehre sei der Kunde, sagt sie, „dieser steht im Fokus, während bei anderen Ausbildungen das Produkt im Mittelpunkt stehe.“ Gerade in der Kundenbetreuung habe Deutschland Nachholbedarf gegenüber anderen Ländern. Wichtige Initiative Das machte auch Gerd Sandler von der IHK Oberfranken deutlich. In Ausnahmefällen könnten ungelernte Leute zwar die Kundenkontakte pflegen, in der Regel bleiben jedoch unzufriedene Kunden zurück. Ob demnächst in den Infocentern von Stadt und Landkreis Direktmarketingkaufleute sitzen, verrieten Landrat Günter Denzler und Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke zwar nicht. Beide machten aber deutlich, wie wichtig solche Initiativen sind, „weil sie den Jugendlichen das Erlernen eines interessanten und abwechslungsreichen Berufes ermöglichen, der eine Perspektive hat“, wie Denzler meinte. Und Starke sagte, dass es ein großes kommunalpolitisches Anliegen sei, so viele Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen wie es ausbildungswillige Jugendliche gebe. „Wir möchten diese Initiative fördern“, zumal die Berufsschule mit Forchheim nicht weit entfernt sei. „Das Problem bei ungelernten Leuten ist doch, dass häufig ein unzufriedener Kunde zurückbleibt. Das möchte diese Ausbildung abstellen.“ GERD SANDLER; IHK Die anwesenden Unternehmen zeigte sich in anschließenden Gesprächen sehr interessiert und informierten sich noch genauer über das Anforderungsprofil, das neben Fremdsprachenkenntnissen auch Grundlagen in Betriebs- und Volkwirtschaft, Marketing und Informationsverarbeitung sowie Ausdrucksverhalten, Gesprächsführung oder Kommunikationstechniken umfasst. Mehr im Netz www.bibb.de/de/20720.htm. |